Referenten in der Übersicht mit Vortragsthema und Vita

Das IDEEN-FORUM+ 2018 erörtert mit hochkarätigen Rednern führender Unternehmen und Institutionen Trends und Thesen zu einer wandlungsfähigen Produktion.

Keynote Speaker: Albrecht Reimold

Vorstand Produktion und Logistik, Porsche AG


Vortragsthema

Sportwagen der Zukunft

Die Automobilbranche steht vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte. Elektrifizierung, Digitalisierung und Konnektivität – das sind die drei großen Zukunftstrends. Was bedeutet das für einen Premium-Hersteller wie Porsche? Wie lässt sich die besondere Faszinationskraft von Sportwagen in eine Zukunft übertragen, die von elektrischen Antrieben, digitalen Dienstleistungen und dem autonomen Fahren geprägt sein wird?

Porsche ist breit und flexibel aufgestellt, um für alle Zukunftsszenarien gewappnet zu sein. Das Produktportfolio reicht vom zweisitzigen Mittelmotor-Sportwagen Cayman über den Klassiker 911 und die SUV-Modellreihen Cayenne und Macan bis hin zum Panamera Turbo S E-Hybrid. 2019 kommt mit dem „Mission E“ der erste rein elektrisch betriebene Porsche dazu. Er bringt die neue Antriebstechnologie markenadäquat auf die Straße. Weitere E-Modelle werden folgen. Darüber hinaus entwickelt Porsche heute rund um die sportliche Mobilität ein vielfältiges Angebot an innovativen digitalen Produkten und Services – und erschließt sich damit neben dem traditions- und erfolgreichen Kerngeschäft zusätzliche Zukunftsperspektiven für weiteres wertschaffendes Wachstum.

Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest

Präsident des ifo Instituts – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung


Vortragsthema

Die große Herausforderung – Der Wirtschaftsstandort Deutschland zwischen Digitalisierung, demographischem Wandel und globalem Wettbewerb

Deutschland und die Eurozone profitieren derzeit von einem kräftigen Konjunkturaufschwung. Mittelfristig steht Deutschland aber vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Globalisierung und Digitalisierung der Wirtschaft, der demographische Wandel und der europäische Integrationsprozess erfordern von der Wirtschaftspolitik strategisches Denken, entsprechende Weichenstellungen und langfristige Investitionen. Der Vortrag stellt diese Anforderungen dem wirtschaftspolitischen Programm der Großen Koalition gegenüber und diskutiert Defizite und wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf.

Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl

Leiter Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb IFF, Universität Stuttgart


Vortragsthema

Industrie 4.0 – Wie die Digitale Transformation die Wandlungsfähigkeit der Produktion verbessert

Durch die Digitale Transformation findet insgesamt ein Wandel zur Wertschöpfungsgesellschaft statt. Experten erwarten eine Gesamt-Performance-Steigerung von 30–50 % im Rahmen von Industrie 4.0. Der Grund dafür ist unter anderen eine optimale Wandlungsfähigkeit der Produktion. Dafür gilt es, Regeln zu beachten, die in diesem Vortrag detailliert vorgestellt werden. So müssen etwa das Produktions- und Logistiksystem zu einem Wertschöpfungssystem integriert sowie Band und Takt in Abhängigkeit der Wertschöpfungskomplexität aufgelöst werden. Prozesse und Strukturen müssen mobil und skalierbar gestaltet sein, Material- sollte durch Informationsfluss ersetzt werden und Prozesskomplexität an die Stelle verlagert, an der sie am effizientesten handhabbar ist. Intelligent gestaltete Systeme, die auch Hilfsprozesse wertschöpfend machen, sind ebenso unverzichtbar wie die kontinuierliche Abbildung von Systemelementen und Prozesse im digitalen Schatten. Die Rolle des Menschen ist in der digitalisierten Wertschöpfung auf Gestaltung und Optimierung fokussiert.

Vita

Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl ist seit September 2011 Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart und gleichzeitig Leiter des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb IFF der Universität Stuttgart. Von Oktober 2012 bis Januar 2015 leitete er zusätzlich das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart.

Bauernhansl hat an der RWTH Aachen Maschinenbau studiert. Nach seiner Promotion mit Auszeichnung war er ab 2003 beim Mischkonzern Freudenberg beschäftigt, zuletzt als Direktor des Technology Center bei Freudenberg Sealing Technologies. Seine Schwerpunkte lagen in den Bereichen Standortplanung, Fabrikplanung, Produktionsverlagerung, Technologiemanagement und Lean Production. Zuletzt verantwortete Bauernhansl die Regionen Europa, Nord- und Südamerika und optimierte den „Global Footprint“ des damals über 50 Standorte umfassenden Produktionsnetzwerks.

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte seiner Forschungsinstitute sind Produktionsorganisation, Fabrikplanung, Energieeffizienz in der Produktion, Oberflächentechnologie, Automatisierung, Prozesstechnologie. Er selbst beschäftigt sich insbesondere mit den Themen:

  • Personalisierte Produktion
  • Industrie 4.0, Produktionsstrategien
  • Nachhaltige Produktion und Qualität
  • Komplexitätsbewirtschaftung
  • Fabrikplanung und Produktionsoptimierung


Thomas Bauernhansl engagiert sich in zahlreichen Beiräten und Vorstandsgremien in Industrie, Verbänden, Forschung und Politik und ist Mitglied der WGP, der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik sowie Mitglied im Strategiekreis der Plattform Industrie 4.0 der Bundesregierung sowie stellvertretender Vorsitzender des Lenkungskreises der Allianz Industrie 4.0 BW. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher u.a. zur Wandlungsfähigkeit in der Produktion, zu Industrie 4.0 und dem Management in der Produktion.

Christian Baudis

Digitalisierungs-Experte, ehem. Google-Deutschlandchef


Vortragsthema

Wie die Digitalisierung Unternehmen verändert und herausfordert – Ein Überblick über die Megatrends der Zukunft und ein Einblick in Big Data und Künstliche Intelligenz

Die Digitalisierung wird unsere Arbeits- aber auch Lebenswelt in den nächsten zehn Jahren erheblich verändern. Der Vortrag zeigt auf, wie Big Data, künstliche Intelligenz, Sensorik, Internet der Dinge, Robotik oder selbstfahrende Autos zusammenhängen und was uns in Zukunft erwartet. Wir werden unweigerlich in eine Arbeitswelt geworfen, in der der klassische Produktions- oder der Lager- und Logistikarbeitsplatz in Frage gestellt wird. Die Robotik ist im Vormarsch und lässt jede Phantasie zu. Es geht viel schneller, als wir glauben: Wann standen Sie das letzte Mal in einer Telefonzelle? Bei mir war das im Jahr 1997. Nur zehn Jahre später kam das iPhone von Apple auf den Markt und war natürlich viel mehr als nur ein Telefon. Übertragen Sie diese technische Veränderungsgeschwindigkeit auf die Robotik und Sie können ansatzweise erahnen, wie unsere Welt in 20 Jahren aussehen wird!

Wir haben in den letzten zehn Jahren die analoge Welt digital vermessen. Mit jedem digitalen Endgerät, welches wir bei uns tragen, tun wir dies jede Sekunde unseres Lebens. Alles wird zu Nullen und Einsen. Noch nie hatte der Mensch so viele Daten wie heute und angeblich verdoppelt sich diese Datenmenge alle zwei Jahre. Nur ganz wenige Unternehmen können heute mit dieser Datenflut etwas anfangen. Das wird sich ändern. Die Logistik ist exzellent, aber die Datenverdichtung und richtige -interpretation sind der Schlüssel zum Erfolg. Aus der Kombination von Daten (Big Data) und künstlicher Intelligenz lässt sich der Konsumwunsch von Morgen vorhersehen.

Seit der Einführung des iPhones Anfang 2007 erleben wir eine regelrechte Endgeräteexplosion. Diese Geräte werden immer schneller, kleiner, leistungsstärker und günstiger. Und sie sind alle vernetzt. Dazu zählen auch die Sensoren, welche zur digitalen Vermessung der Welt ganz wesentlich beitragen und vollkommen neue Geschäftsmodelle entstehen lassen.

Fabian Kienbaum

Chief Empowerment Officer der Kienbaum Consultants International GmbH


Vortragsthema

NEW WORK – Eine neue Arbeitswelt erfordert zeitgeistige Führung

Das digitale Zeitalter wird von einem Zeitgeist begleitet, der uns alle herausfordert. Ganz besonders erfahren das derzeit viele Führungskräfte: Alles, was sich über Jahre bewährt hatte und von der Mehrheit der Mitarbeiter akzeptiert wurde, wird nun auf einmal hinterfragt. Mehr noch: Die Insignien der Macht werden offen in Frage gestellt. Status, Eckbüro und Titel? Unwichtig. Transparenz? Unabdingbar. Sie? Nö – Du! Essenziell ist aber: Als Führungskraft muss ich mich auf diesen Paradigmenwechsel bewusst einlassen.  Nur so kann ich meinen Mitarbeitern gleichermaßen Orientierung, Sicherheit und Inspiration schenken.  Denn darauf kommt es in einer ambidextren Arbeitswelt an, die durch ein Nebeneinander von Etabliertem und Neuem gekennzeichnet ist. Führung gewinnt in diesem Kontext an Bedeutung, denn: Ohne New Culture, NO New Work! In einer Welt, in der sich Mitarbeiter stärker denn je mit dem Zweck ihres Unternehmens und der Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit auseinandersetzen, sind ergo Führungskräfte geforderter denn je; sie müssen ein neues Narrativ entwickeln. Was ist Dein Mythos?

Vita

Fabian Kienbaum ist Chief Empowerment Officer der Kienbaum Consultants International GmbH.

Vor seinem Wechsel zu Kienbaum arbeitete er in einer amerikanischen Unternehmensberatung in London.

Fabian Kienbaum studierte internationales Management an der ESCP Europe. 2011 schloss er den Studiengang als Diplom-Kaufmann, Diplômé de Grande École und Master of Science ab. Zuvor erlangte der ehemalige Bundesligahandballer des VfL Gummersbach einen Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre in Köln.

Fabian Kienbaum stieg 2014 in die familien- und partnergeführte Beratungsgesellschaft Kienbaum ein und verantwortet die digitale Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe sowie das Investmentgeschäft.

Andreas Hoberg

Vorstand Ingenics AG


Vortragsthema

Flexibilitätskonzepte in der Automobilfertigung – was ist umsetzbar?

Im 21. Jahrhundert befindet sich die Automobilindustrie im wahrscheinlich größten Wandel ihrer Geschichte. Im Wettbewerb um die Spitzenposition im Bereich Digitalisierung, Elektromobilität und zukunftsfähigen Innovationen überlebt nur, wer flexibel reagiert und lernt, seine Produktionsprozesse anzupassen. Das Thema Wandlungsfähigkeit der Produktion rückt immer stärker in den Fokus und wird zu einem zentralen Erfolgsfaktor für Unternehmen der produzierenden Industrie. Der Vortrag zeigt auf, wie dies auch mit alten Anlagen, einem begrenzten Flächenpotenzial oder einer scheinbar unflexiblen klassischen Fließfertigung gelingen kann. So feiert das Konzept der Schwarmmontage, eine Kombination aus Linien- und Inselfertigung, bereits erste Erfolge. Und auch im Bereich des Karosseriebaus, welcher mit den Auswirkungen der vom Markt geforderten Produktvarianz konfrontiert wird, gibt es eine Lösung – die Boxenstoppfertigung.

Dr. Christof Bönsch

KOMET Deutschland GmbH


Vortragsthema

Veränderung als Kernkompetenz – Anforderungen an eine wandlungsfähige Produktion

Das Marktumfeld produzierender Unternehmen wird allgemein als „dynamisch“ bezeichnet. Im Zuge von Digitalisierung, Elektromobilität und makroökonomischen Verwerfungen darf dies getrost als bemerkenswertes understatement bezeichnet werden. Vielmehr wird die Fähigkeit auf diese Herausforderungen zu reagieren oder gar Veränderungen zu antizipieren fast zwangsläufig zu einer Kernkompetenz der modernen Produktion. Die Feststellung eines „dynamischen“ Marktumfeldes geht üblicherweise mit der Forderung nach mehr Flexibilität einher. Dabei ist Flexibilität mit einem hohen Ressourcenvorhalt verbunden und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten daher kritisch zu betrachten. Richtigerweise muss also die Forderung ausgedehnt werden und der externe Wandel in den Fokus der internen Abläufe gestellt werden. Die wandlungsfähige Produktion ist damit die konsequente Umsetzung der Markterfordernisse.

Technische Anforderungen an die wandlungsfähige Produktion sind neben anderen vor allem Skalierbarkeit, Modularität und Kompatibilität. Die Digitalisierung stellt in diesem Kontext eine Chance zur raschen und zielgerichteten Implementierung dar. Die wandlungsfähige Produktion ist aber deutlich weiter zu zeichnen und nicht auf rein technische Dimensionen zu beschränken. Unmittelbar einleuchtend ist, dass die organisatorische Dimension der Supply Chain zu berücksichtigen ist. Ein besonderes Augenmerk muss aber auch auf die Arbeitswelt gerichtet werden, denn die Anforderungen an Mitarbeiterqualifikation und Unternehmenskultur sind auf dem Weg zur wandlungsfähigen Produktion ein kritischer Erfolgsfaktor.